Speiß & Trank

 

1Es ist nun schon Jahrzehnte her,  2

Seitdem ein Schwab der Müller hieß,

Mit Kamm und Schere als Friseur

Sich hierzulande niederließ

Der Herr Friseur war oftmals dort zu seh´n,

Wo grüne Kranzerl hängen über´m Tor,

Bis eines Tages er tat eingesteh´n:

„ich bleib´ nicht mehr Barbier, ich hab was andres vor.“

„Zu ändern den Beruf fällt mir nicht schwer,

Man wird im Bölde mich beneiden,

Weil ich fortan mit meiner Scher,

Nicht Haare, sondern Trauben werde schneiden.“

Der Müller sprach´s und wurde Hauer,

Kredenste Heurigen und Alten

Sein Wein vertrieb nach kurzer Dauer

Den Gästen und auch ihm die Sorgenfalten.

Des Müller´s Kind, geheißen Edeltraud

Wirkt nun in ihres Vater´s Sinne,

Ihr Herrmann, der Ihr angetraut,

Trägt bei zum Anseh´n, zum Gewinne.

Nun komm´zum End´ich ganz geschwind;

Dies Haus wird ohne Kummer sein,

Wenn d´Wirtsleut´bleiben wie sie sind,

Die Wirtsleut´und ihr guter Wein!